Welpengeschichte Drucken

Ich bin, was ich bin“! 

Eine Welpengeschichte von J. Ellis ©2000

Ich bin ein Welpe. Das bedeutet, meine Intelligenz und Aufnahmefähigkeit entspricht dem eines acht Monate alten Kindes.

Ich bin ein Welpe, ich kaue an allem, was ich zwischen meine Zähne bekomme. Auf diese Art entdecke und erforsche ich die Welt. Selbst Menschenkinder stecken alles in den Mund. Es ist an Euch, mir beizubringen, was mein ist zum Kauen und was nicht.

Ich bin ein Welpe, ich kann meine Blase nicht länger als ein bis zwei Stunden kontrollieren. Ich spüre nicht, dass ich ein großes Geschäft mache, bis es plötzlich von selbst heraus kommt. Ich kann weder Laute von mir geben, noch Dir erzählen, dass ich jetzt muss. Ich kann Blase und Darm nicht richtig kontrollieren, bis ich etwa 6-9 Monate alt bin. Bestrafe mich nicht, wenn ich einen Sumpf mache und Du mich die letzten drei Stunden nicht heraus gelassen hast. Es ist Dein Fehler. Da ich ein Welpe bin, ist es weise sich daran zu erinnern, dass ich nach dem Essen, Schlafen, Spielen, Trinken und ungefähr alle drei Stunden mein Geschäft erledigen muss. Wenn Du willst, dass ich die Nacht durchschlafe, dann gib mir nach ca. 20.00 Uhr nichts mehr zu trinken. Eine Hundebox ist hilfreich damit ich schneller stubenrein werde und verhindert, dass Du Dich über mich ärgerst.

Ich bin ein Welpe, ich spiele gerne. Ich renne herum und jage imaginäre Monster, Deine Füße, Zehen und ich „attackiere“ Dich, jage Fusseln, andere Tiere und kleine Kinder. Für mich ist alles was ich mache nur ein Spiel. Erwarte nicht von mir schlapp und sanft zu sein oder den ganzen Tag zu schlafen. Wenn Dir meine Hochenergiephasen zu viel sind, dann solltest Du Dir vielleicht einen älteren Hund aus einem Tierheim oder einer  Nothilfe Organisation zulegen. Mein Spiel ist nützlich, benutze Deinen Verstand, um mich zu leiten in meinem Spiel mit Aktivitäten wie: einen Ball jagen, vorsichtige Ziehspiele machen, oder mit Kauspielzeugen passender Art. Wenn ich Dich zu hart „knipse“, sprich mit mir in der Hundesprache, indem Du laut quietscht. Normalerweise werde ich diese Botschaft verstehen, denn nur so kommunizieren Hunde miteinander. Werde ich zu grob, ignoriere mich für einen Augenblick, oder sperr mich in meine Box mit einem Kauspielzeug.

Ich bin ein Welpe, hoffentlich wirst Du mich nicht anschreien, schlagen, treten oder verprügeln. Stattdessen leite mich bitte mit Ermunterungen und Weisheit. Z. B. , wenn ich etwas nicht kauen darf, sage ein strenges „nein“ und gib mir etwas was ich kauen darf. Noch besser, nimm alles weg, was ich nicht haben darf. Ich kenne nicht den Unterschied zwischen Deinen alten und neuen Socken, oder alten Turnschuhen und den 200 EUR teuren Nikes.

Ich bin ein Welpe, eine Kreatur mit Gefühlen und Trieben die den Deinen ähnlich sind, aber doch auch ganz anders. Auch,  wenn ich kein Mensch im Hundeanzug bin, so bin ich doch auch kein Roboter, der nach Deiner Laune tanzt. Ich möchte Dir wirklich gefallen und Teil Deiner Familie sein und Deines Lebens. Du hast mich (hoffentlich) bekommen, weil Du jemand wolltest, der ein lieber Partner und Begleiter ist, deshalb verbanne mich nicht in den Hinterhof, wenn ich größer bin. Urteile nicht hart über mich, sattdessen forme mich sanft mit Richtlinien und Training zu dem Familienmitglied, was ich sein soll.

Ich bin ein Welpe und nicht perfekt. Ich weiß, auch Du bist nicht perfekt. Ich liebe Dich trotzdem! Bitte lerne deshalb alles was Du kannst über Training, Welpenverhalten und Haltung aus Deinen Handbüchern oder mit Hilfe Deines Computers. Lerne etwas über die Besonderheiten meiner Rasse und ihren Eigenschaften, es wird Dir helfen zu verstehen, warum ich Dinge tue die ich tue. Bitte lehre mich mit Liebe und Geduld mich richtig zu verhalten und sozialisiere mich durch Training in Welpenspielstunden oder einer Hundeschule. Wir werden BEIDE  Spass  daran haben.

Ich bin ein Welpe, ich will nichts mehr, als Dir zu gefallen. Nimm Du Dir bitte die Zeit, zu verstehen wie ich funktioniere. Wir sind gleich, wenn es um Hunger, Schmerz, Durst, Unbehagen und Angst geht. Doch sind wir verschieden und müssen gegenseitig unsere Sprache verstehen, unsere Körpersprache, Wünsche und Bedürfnisse. Eines Tages werde ich ein starker Hund sein. Hoffentlich einer, auf den Du stolz sein kannst und einer der Dich liebt, so wie Du bist!

(Mit) Liebe, Dein(en) Welpe(n)