Drucken

Der Rassestandard

Der Urahn aller Border Collies
Als Stammvater der Border Collies gilt der 1893 geborene Old Hemp, der von dem Farmer Adam Telfer gezüchtet wurde. Alle heutigen Border Collies lassen sich auf dieses Tier zurückführen. Nie vorher gab es angeblich eine solche außergewöhnliche Hundepersönlichkeit. Der kräftige schwarz-weiße Hund hatte das Hüten so im Blut, daß er nie ein Training benötigte. Selbst den schwierigsten Trial - die Hütewettkämpfe fanden unter den Schäfern zunehmend regen Zuspruch - bestand er bravourös in Minuten. 

urahne-border-collie

Old Hemps Nachkommen waren sehr gefragt, wodurch seine dominante Linie durchschlug. Er soll mehr als 200 Söhne und ungezählte Töchter gezeugt haben, die als ebenso hervorragende Arbeiter bis in die USA und nach Australien exportiert wurden.

Der Rassestandard nach FCI Nr. 297

1. Allgemeines Erscheinungsbild
Die allgemeine Erscheinung soll die eines gut proportionierten Hundes sein, wobei die geschmeidigen Außenlinien Qualität, Anmut und vollkommene Harmonie in Verbindung mit genügend Substanz zeigen, wodurch der Eindruck entsteht, dass der Hund zu ausdauernder Leistung fähig ist. Jegliche Tendenz zu Plumpheit oder Schwäche ist unerwünscht.

2. Wichtige Maßverhältnisse
Oberkopf und Nasenrücken sollen etwa gleich lang sein. Der Körper soll im Vergleich zur Schulterhöhe etwas länger sein.

3. Verhalten und Charakter
Aufgeweckt, aufmerksam, führig und intelligent, weder nervös noch aggressiv.

4. Kopf - Oberkopf
Schädel ziemlich breit, Hinterhaupthöcker nicht ausgeprägt. Stop: sehr ausgeprägt.

GESICHTSSCHÄDEL:
Nase: Schwarz, außer bei braunen oder schokoladefarbenen Hunden, wo sie braun sein darf. Bei blauen Hunden sollte sie schieferfarben sein. Nasenlöcher gut entwickelt.

Schnauze:
Fang, sich zur Nase hin verjüngend, mäßig kurz und kräftig.

Backen:
Weder voll noch abgerundet.

Zähne und Kiefer:
Kräftig, mit einem perfekten, regelmäßigen und vollständigem Scherengebiss, d.h. ein Gebiss, bei dem die Schneidezähne des Oberkiefers knapp über die Schneidezähne des Unterkiefers greifen, wobei sie senkrecht zum Kiefer gestellt sind.

Augen:
Weit auseinanderstehend, oval, von mittlerer Größe und braun, außer bei Blue Merles, wo ein Auge oder beide teilweise oder ganz blau sein dürfen. Ausdruck sanft, aufgeweckt, aufmerksam und intelligent. Die Augenfarbe sollte der Farbe des Fells angepasst sein.

Ohren:
Von mittlerer Größe und Textur, weit auseinanderstehend, aufrecht oder halb aufrecht getragen, ausdrucksvoll beweglich. Die Ohren sollten am Kopf hoch angesetzt sein.

5. Hals
Von guter Länge, kräftig und muskulös, leicht gewölbt, zu den Schultern hin breiter werdend.

6. Körper
Körper von athletischem Aussehen.

Brust:
Tief und ziemlich breit. Rippen gut gewölbt.

Lenden:
Muskulös, aber nicht aufgezogen.

Kruppe:
Breit und muskulös, von der Seite her gesehen anmutig zum Rutenansatz hin verlaufend.

Rute:
Mäßig lang, mit ihrem letzten Wirbel mindestens bis zum Sprunggelenk reichend, tief angesetzt, gut behaart, mit einem Aufwärtsschwung am Ende, der die anmutige Außenlinie und Harmonie des Hundes abrundet. Im Erregungszustand kann die Rute höher, aber nie über dem Rücken getragen werden.

7. Gliedmassen
Vorderhand:
Vorderläufe von vorne her gesehen parallel, Fesseln von der Seite betrachtet leicht schräggestellt. Knochen kräftig aber nicht grob. Schultern gut zurückgelegt, Ellenbogen dicht am Körper anliegend. Pfoten: Pfoten oval, Ballen gut gepolstert, kräftig und gesund, Zehen gewölbt, eng aneinander liegend, Krallen kurz und kräftig.

Hinterhand:
Oberschenkel lang, kräftig und muskulös, mit gut gewinkelten Kniegelenken und kräftigen tiefliegenden Sprunggelenken. Vom Sprunggelenk bis zum Boden starker Knochenbau. Hinterbeine von hinten gesehen parallel.

8. Gangwerk
Die Bewegung soll frei, fließend und unermüdlich sein, wobei die Pfoten möglichst wenig abgehoben werden, damit sich der Hund schleichend und mit großer Geschwindigkeit bewegen kann.

9. Haarkleid
Beschaffenheit des Haares: Zwei Fellvarietäten sind anerkannt, eine mäßig lange und eine stockhaarige. Bei beiden Varietäten ist das Deckhaar dicht und von mittlerer Textur, Unterwolle weich und dicht, was dem Border Collie einen wetterfesten Schutz verleiht. Bei der mäßig langen Fellvarietät bildet das reichliche Haarkleid Mähne, Hosen und Fahne. An Gesicht, Ohren, Vorderläufen (ausgenommen Federn) und Hinterläufen vom Sprunggelenk bis zum Boden soll das Haar kurz und glatt sein.

10. Farbe:
Eine Vielfalt von Farben ist erlaubt, wobei weiß nie vorherrschen soll.

11. Größe und Gewicht
Idealhöhe: Rüden 53cm, Hündinnen etwas weniger.

12. Hoden
Rüden müssen zwei äußerlich normale, gut in den Hodensack abgestiegene Hodenaufweisen.

13. Fehler
Jede Abweichung von den genannten Punkten soll als Fehler angesehen werden, wobei deren Gewichtung der Schwere des Fehlers Rechung tragen soll.